Perfektion ist die Bremse der Innovation

Im Rahmen vieler Vorträge und Publikationen zum Thema Digitalisierung kommt auch immer das Thema Innovation zu Sprache. Doch warum ist es so schwer echte Innovationen auf dem Markt bzw. in einem Unternehmen zu etablieren?

Unter Innovation versteht man im Alltag das Entwickeln neuer Idee bzw. Erfindungen, welche sich am Markt erfolgreich durchsetzen, platzieren lassen und den Markt durchdringen. Viele Unternehmen sprechen bei Einführung neuer Produkte auch immer im gleichem Atemzug von Innovation.Das ist natürlich grundsätzlich nicht falsch, da Innovation genau genommen Neuerung oder Erneuerung heißt. Doch warum ist es oft so schwer schnell Innovationen auf den Markt zu bringen?

Am Anfang benötigt es eine Vision bzw. Ideen. Und hier ist schon ganz oft die erste große Hürde. In vielen Besprechungen habe ich selbst erlebt, wie Ideen mit dem ersten Feedback Tot-Gesagt werden. Aussagen wie z.B. „Das funktioniert nicht, weil…“ oder „Das macht die Kunde / die Branche nicht mit, weil…“ sind ganz oft an der Tagesordnung. Dabei ist es doch ganz einfach berechtigte kritische Äußerungen mit einem positiven Ansatz zu formulieren. Anstatt „Das funktioniert nicht, weil…“ wäre eine Formulieren in „Das wird nicht wirklich funktionieren, aber wie können wir das trotzdem lösen…“ oder so ähnlich. Die kritische Anmerkung ist berechtigt, aber der Feedbackgeber signalisiert einen positiven Impuls und ist weiterhin offen für die Idee. So kann an der Idee gearbeitet und konkreter an Kunden-/Marktbedürfnisse angepasst werden.

Nur mit einer positiven offenen Grundhaltung können Ideen zu Innovationen werden. Aber auch wenn es eine Idee bis zum Entwicklungsstatus gebracht hat, gibt es noch eine größere Hürde bis zum Markteintritt. Der Anspruch der Perfektion!

Agile Entwicklung am Kundenbedürfnis

Viele Unternehmen, welche schon vor dem „Internet-Samrtphone-Zeitalter“ entstanden sind, haben teilweise noch in sehr steife und langfristige Entwicklungsprozesse. Gelernte Vorgehensweisen, wie umfangreiche Pflichten. und Lastenhafte, Freigabe- und Genehmigungsprozesse fördern nicht gerade einen schnellen Fortschritt. Entwicklungszyklen sind auf ein „perfektes Produkt“ ausgelegt. Es sollen alle möglichen Marktanforderungen abgedeckt sein. Doch ist das in der heutigen Zeit noch zeitgemäß? Kunden heute erwarten schnell, smarte Produkte, welche ein Problem lösen. Natürlich hätte jeder gerne DAS perfekte Produkt, aber es wird nicht mehr vorausgesetzt. Die neue Start-Up Mentalität zeigt uns wie Produktentwicklung am Kundenbedürfnis funktioniert.

Schnelle kurze Zyklen in einer agilen Entwicklungsumgebung bringen einen MVP sehr zeitnah auf den Markt. MVP steht für Minimum Viable Product, was so viel bedeutet wie „ein Produkt mit den minimalen Anforderungen und Eigenschaften“. Nach dem Markteintritt wird sehr gezielt nach Kundenfeedback gefragt, ausgewertet und in einen „Evolutionsprozess“ zurückgespielt. So kommt wieder schnell eine neue Version zur Marktreife. Der Feedback- und agile Weiterentwicklungszyklus starten immer wieder von vorne, so dass das Produkt besser und besser an den Anforderungen des Kunden sich anpasst. Mit jeder neuen Version steigert sich die Kundenzufriedenheit und Marktakzeptanz.

Unternehmen arbeiten an Umstrukturierungen um agiler in der Produktentwicklung zu werden und lernen aus den jungen Start-Up’s. Es ist nicht einfach langjährige gewachsene Strukturen und Gewohnheiten über Bord zu werfen. Und es schmerz sich aus einer gewohnten Umgebung in eine komplett neue Denkweise zu stürzen. Verlassen die „Komfortzone“ ist aber auch eine Chance. Und Veränderung ist nicht einfach , kann aber auch sehr viel Spaß machen und bringen.

In einem Vortrag habe ich mal gehört, das wenn man bei neuen Themen oder in Veränderungsprozessen am Anfang ein (schlechtes) Gefühlt hat, ist dies der erste positive Impuls.

Oliver Pinkoss
Digital Manager | Informatiker | Marketing Expert |

Der digitale Einfluss auf mein privat Leben und das Arbeitsumfeld begeistert mich jeden Tag aufs Neue. Als Technik Nerd und Social Media Evangelist bezeichne ich mich selbst als pre early Adopter. Als Digital Manager mit jahrelangen Erfahrungen als Projektmanager im Bereich Informatiker und Online-Marketing unterstützen dabei (nicht nur technische) Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen und zu bewerten.

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