Umweltsensibilität – Schlüssel zur Zusammenarbeit

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Umweltsensibilität – Schlüssel zur Zusammenarbeit

Lesezeit: 4 Minuten

In Zeiten eines dynamischen technologischen Fortschritts, verändert sich die Art der Arbeit überdurchschnittlich schnell. der Focus liegt dabei in der Zusammenarbeit. Doch was zeichnet eine gute Zusammenarbeit aus? Je größer ein Team, eine Abteilung, ein Bereich oder am Ende die Organisation wächst, desto schmerzhafter ist der Weg den die Beteiligten bestreiten.

Zusammenarbeit heißt nicht blindes folgen…

Ich kenne viele Geschichten und eigene Erlebnisse, wo Führungskräfte das Wort führen mit bedingungsloses ausführen von Anweisungen verwechselt haben. Mitarbeiter*innen folgen fast blind. In der Natur gibt es auch so ein Phänomen mit der Bezeichnung der Ameisenmühle oder Ameisenstrudel. Auf Wikipedia findet man dazu folgende Erklärung:
“ Da die Waldameisen meist den Pheromonspuren ihrer Vorgänger folgen, kann dies bei einer Überkreuzung der Spuren zum Laufen im Kreis führen. Sobald mehrere Ameisen dieser Spur folgen, verstärkt sich die Pheromonspur, wodurch sich das Verhalten auf immer mehr Ameisen überträgt und letztlich zu einem großen sichtbaren Strudel von Ameisen entwickelt…“


Auf die Arbeitswelt gespiegelt heißt das, dass wenn mehrer Mitarbeiter*innen „blind“ folgen (müssen), finden sich schnell weiter (blinde) Follower usw. usw. … bis zum scheitern?! Doch wie vermeidet man das?

Ein Mitarbeiter*in muss unabhängig, seiner Position und Aufgaben, in der Lage sein sich selbst zu reflektieren. In ihrem Umfeld sollten Mitarbeiter*innen eine offene und vertrauensvolle Kommunikation pflegen. Jetzt stellt man sich die Frage, was ist den genau eine offene und vertrauensvolle Kommunikation? Ich bin überzeugt eine pauschale Antwort darauf zu geben ist fast nicht möglich. Jeder Mensch, jedes Team, jede Abteilung und am Ende auch jede Organisation ist so einzigartig in Kultur, Verhalten, Kommunikation und der eigenen Rahmenbedingungen.

Eine veränderte Umwelt erkennen…

Zusammenarbeit betrachten

Das heißt es existiert immer wieder eine eigene sich verändernde Umwelt, ob im Team, in der Abteilung oder der Organisation. Aus diesem Grund ist es von Jedem nötig sich immer wieder, Tag für Tag, aufs Neue einzulassen. Das Entwickeln einer Umweltsensibilität ist der Schlüssel für einer erfolgreiche Zusammenarbeit. Dafür ist es auch nötig seine Sensoren immer wieder neu auszurichten und die empfangene Signale richtig zu bewerten und zu analysieren. Wenn ich mich mit meinem Kollegen*in austausche muss ich eine andere Bewertung die Situation, der Aussagen, usw. vornehmen, als wenn ich mich in einem Teammeeting befinde. Sensibel, gut ausgebildete, Sensoren um die Signale von Kollegen*innen und viele andere relevanten Mitspielern oder auch Gegenspielern sind nötig um ein situatives Agieren bzw. Kommunizieren einzusetzen.

Beispielweise kann eine Führungskraft auf Fragen seiner Mitarbeiter anstatt mit Antworten und Lösungsvorschlägen, eher mit Rück- bzw. Gegenfragen reagieren. So kann die Führungskraft die Mitarbeiter*innen befähigen die Lösung selbst zu erarbeiten. Das vermittelt auch ein gutes Gefühl und eine hohe Akzeptanz bei zum weiteren Vorgehen. Dazu gibt es auch ein sehr schönes Buch von Thomas Fritzsche „Wer hat den Ball?“, welches diese Technik und Vorgehensweise erklärt (Buchbesprechung).

In einem Team treffen meistens sehr unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander und die Situationen (Umwelt) in der Interaktion und Kommunikation können sich schnell ändern. Hier muss das Teammitglied offen genug für andere Meinungen sein. Auch das Erfassen neuer Perspektiven um sein Gegenüber zu verstehen, ist eine wichtige Eigenschaft. Mit Kollegen*innen welche schnell Impulsiv und Emotional reagieren, muss man anders umgehen als mit schüchternen oder dominanten Teammitgliedern.

In der Kundenkommunikation haben viele schon die Kundenorientierung bzw. das kundenzentrierte Kommunizieren verstanden. Doch diese Haltung ist auch für die interne und gerade persönliche Kommunikation wichtig. Ich finde man sollte nicht nach dem Spruch “ „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ sondern nach dem Leitsatz “ Behandle andere so, wie sie behandelt werden wollen!“ agieren.

Der Schlüssel öffnet nur das Tor zur Zusammenarbeit…

Eine Umweltsensibilität fördert das richtige Setup bzw. öffnet die Tür zur Zusammenarbeit. Doch das die Zusammenarbeit dadurch erfolgreich wird ist nicht gewährleistet. Dazu benötigt es einige Bausteine mehr. Eigenschaften wie Vertrauen, Offenheit, Mut, Achtsamkeit sind genauso wichtig wie die Bereitschaft Wissen/Erfahrung zu teilen und gerade bei Teams auch Diversität.

Dieser Beitrag entstand im Rahmen der Blog Parade des IOM Summit 2019. Im Vorfeld der Veranstaltung, welche vom 16.9.- 18.9.2019 in Köln stattfindet, wurde die Blog Parade ins Leben gerufen, um unterschiedliche Perspektiven zum Themenfeld „Wie lässt sich das digitale (Zusammen-)Arbeiten in Unternehmen nun endlich voranbringen?“

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Der digitale Einfluss auf mein privat Leben und das Arbeitsumfeld begeistert mich jeden Tag aufs Neue. Als Technik Nerd und Social Media Evangelist bezeichne ich mich selbst als pre early Adopter. Als Digital Manager mit jahrelangen Erfahrungen als Projektmanager im Bereich Informatiker und Online-Marketing unterstützen dabei (nicht nur technische) Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen und zu bewerten.

Eine Antwort

  1. […] „Umweltsensibilität – Schlüssel zur Zusammenarbeit“ wird die Kommunikation von einer weiteren Perspektive beleuchtet: Oliver Pinkoss reflektiert […]

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